"Im Dekanat Stockerau ist die größte Pfarre des Vikariates Unter dem Mannhartsberg beheimatet: die Pfarre Stockerau. Die älteste Pfarre des Dekanates im Norden ist die Pfarre Hausleiten. Die über 1.000 Jahre alte Gemeinde umfasste in ihrer Gründerzeit beinahe das gesamte Dekanat und ist auch heute noch die "Mutterpfarre" mit neun Filialkirchen. Außerdem ist im Dekanat Stockerau der höchste Kirchturm Niederösterreichs zu finden - und zwar in der Stadt Stockerau." Die Superlative mit denen Dechant Karl Pichelbauer sein Dekanat beschreibt, scheinen kein Ende zu nehmen.
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Der Stolz über und die Freude an der Arbeit ist Dechant Pichelbauer im Gesicht abzulesen. "In Stockerau muss es einem einfach gut gehen", so der Dechant. "Die Zusammenarbeit funktioniert hervorragend. Mit den Pfarrgemeinderäten finden regelmäßige Treffen statt und es werden gemeinsame Wallfahrten organisiert. Nach Mariazell fahren wir heuer auch. Und auch die Pfarren untereinander kommen gut miteinander aus." Ist einmal ein Pfarrer krank oder für eine Woche nicht da, springt ein "Kollege" oder der Dechant selbst ein. "Bei uns kann man angstfrei krank werden", lacht Pichelbauer. "Wir sind noch ziemlich gut besetzt. Das liegt aber vor allem auch daran, dass uns pensionierte Kollegen in kleinen Pfarren aushelfen", erklärt Pichelbauer.
Strukturell betrachtet hat das Dekanat Stockerau bereits vier Pfarrverbände. Die kleinen Pfarren des Dekanates seien in ihrer Struktur her den nördlichen Gemeinden des Vikariates Unter dem Mannhartsberg ähnlich: Der Kirchbesuch ist höher, man kennt sich untereinander und die Kirche im Dorf ist einfach präsenter, als in der Stadt, führt Dechant Karl Pichelbauer aus. Die größte Pfarre des Dekanates - Stockerau - hingegen sei von ihrer Struktur her eher mit Wien zu vergleichen. Auch wenn der Kirchbesuch besser sei als in Wien, wie Dechant Pichelbauer erklärt: "Wir haben einen Kirchgang der noch über 10 Prozent liegt." Und das obwohl Stockerau eine rote Arbeiterstadt sei, so Pichelbauer: "Aber die Zusammenarbeit mit der Gemeinde funktioniert tadellos."
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In Stockerau tut sich einiges, berichtet Dechant Karl Pichelbauer: Es gibt viele Apostolische Gruppen auf Dekanatsebene, die ihr Zentrum in Stockerau haben. In Stockerau allein gebe es an die 50 aktiven Gruppen, so der Pfarrer. Die Jugend ist gut organisiert. Es gibt einen Dekanatsjugendkreuzweg, Firmvorbereitungen, ein wöchentliches Abendgebet am Michelberg und vieles mehr. "Natürlich merken wir auch in Stockerau, dass die jungen Leute immer mehr wegbleiben. Bei der Erstkommunion sind nochmals alle versammelt, aber schon die Firmung ist das große Abschiedssakrament. Die Jugend an die Tradition anknüpfen zu lassen, ist schwierig", führt Dechant Karl Pichelbauer aus: "Deshalb versuchen wir als Kirche auch ständig in der Stadt präsent zu sein. Es ist wichtig, dass Kirche dabei ist, wenn etwas passiert."
Das große Fest in der Stadthalle, bei dem sich alle Gruppen und Aktivisten der Kirche präsentieren konnten, sei eine Aktion in diesem Sinne gewesen. An großen Feiertagen werden Transparente über die Stockerauer Straßen gespannt, aber auch das Osterfeuer oder Prozessionen machen auf Kirche in der Stadt aufmerksam, erklärt Pichelbauer.
Einmal im Jahr wird außerdem ein Siedlungsgebiet "durchbesucht". Mit einem Brief des Pfarrers klopft die Legio an jede Tür und informiert über die Pfarre. Vier Mal im Jahr werden die Pfarrblätter in Stockerau von 80 Freiwilligen persönlich ausgetragen, erzählt Dechant Karl Pichelbauer stolz: "Wir sind eine wahnsinnig lebendige Pfarre."
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In so einer großen Gemeinde wie Stockerau sei es wichtig, dass sich das religiöse Leben in kleinen Gruppen abspiele. Die Pfarre sei zu groß um überschaubar zu sein. Daher sei die Strukturierung wichtig, erklärt Pichelbauer. Und es funktioniert. "Wir arbeiten gut mit den Evangelischen zusammen", berichtet der Dechant und das neue Projekt, der Hospizweg, sei auch ein voller Erfolg. "Man muss den Menschen nur zeigen, dass Kirche einen 'Lebenswert' hat. Dass Kirche etwas sein kann, das im Leben hilft, dann hat man auch kein Rechtfertigungsproblem was die Kirchensteuer betrifft", ist Dechant Karl Pichelbauer überzeugt. "Ich hatte in meinen 20 Jahren als Religionslehrer ein Credo: ich muss meinen Schülern täglich beweisen, dass ich es wert bin, dass sie mir zu hören. Und genau so halte ich es auch als Pfarrer und Dechant."
Pfarren: 14
Pfarrer: 9
Kapläne: 1
Pater: 1
Pastoralassistenten: 7
Pfarrverbände: 4
Katholiken: etwa 23.500
Die Pfarren des Dekanates Stockerau
(Stand: Juli 2004)
(stephanscom)