Korneuburg - Das Dekanat der "sorgenden" Gemeinden
© stephanscomDas Dekanat Korneuburg im Nordvikariat ist wie viele Dekanate in Wiennähe vom Einfluss der Großstadt geprägt. Dechant ist der Pfarrer von Enzersfeld Pater Andreas Steinhauer OSB.

Im Norden von Wien an der Brünnerstraße liegt die Pfarre Enzersfeld, die vom Dechant des Dekanates Korneuburg Pater Andreas Steinhauer OSB betreut wird. Im Gespräch mit Stephanscom.at erzählt Pater Steinhauer von der Arbeit im Dekanat.

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"In den Pfarren sind die Menschen sehr aktiv."

"Das Dekanat ist von zwei großen Schulbereichen geprägt, zum einen von der Bezirkshauptstadt Korneuburg, die auch eine große Schulstadt ist, und zum anderen von der großen Schulpfarre Langenzersdorf", berichtet Dechant Steinhauer. Die Nähe zur Stadt Wien sei auch ein wesentlicher Faktor für das Leben im Dekanat, denn viele pendeln täglich nach Wien. So ist die Brünnerstraße nicht nur die Grenze zum Dekanat Wolkersdorf, sondern auch eine wichtige Lebensader aufgrund des großen Industriegebiete, die dort angesiedelt sind. Der Benediktinerpater berichtet  von seiner Lehrtätigkeit in den Volksschulen Enzersfeld und Hagenbrunn: "Früher waren es in jeder Schule zwei Klassen, heute sind es bereits vier Klassen. Hier zeigt sich die zunehmende Bevölkerungszahl in unserem Dekanat."

Sorgende Gemeinden im Dekanat

Stolz ist der Dechant auf seine Gemeinden im Dekanat: "Es sind keine versorgten Gemeinden, sondern sorgende Gemeinden, die sehr selbständig sind", erzählt er. Die Pfarrgemeinderäte in den Pfarren seien aktiv bis hochaktiv, was sich sehr positiv auf das religiöse Leben auswirke.
Die Gottesdienstbesuche in den einzelnen Gemeinden seien höher als anderswo. "Wir haben durchschnittlich bis zu 20 Prozent Kirchenbesucher. Je näher eine Gemeinde an der Stadt Wien liegt, desto weniger kommen am Sonntag zum Gottesdienst. Die Anonymität ist hier größer und so sind auch weniger Menschen in der Messe", so Pater Andreas. Außerdem gäbe es im Dekanat Korneuburg die wenigsten Kirchenaustritte im Vikariat Unter dem Manhartsberg, erklärt Pater Andreas stolz.

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Die Pfarrkirchen im Dekanat sind Zentren des kirchlichen Lebens, an denen Menschen zusammenkommen.

Aber nicht nur in den einzelnen Pfarren wird gearbeitet und gefeiert. Die Menschen werden auch zu gemeinsamen Gottesdiensten im Dekanat eingeladen. "In Bisamberg etwa gibt es die Dekanatsmaiandachten. Ein anderer Dekanats-Gottesdienst sind dei Fatimamessen in Stetten jeden 13. in den Monaten Mai bis Oktober", erklärt Pater Andreas Steinhauer.
"Überraschend gut war auch die Teilnahme am 'Weinviertler Pilgerweg'. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass so viele aus unserem Dekanat mitgehen würden. Und auch für dieses Jahr haben sich schon mehrere angemeldet, die diesen gemeinsamen Glaubensweg wieder mitgehen wollen", erzählt der Benediktinerpater.
Die gemeinsame große Dekanatswallfahrt nach Polen im Jahr 2003 zeige nachhaltige Wirkung, denn "bei Wallfahrten im Dekanat besuchen die Menschen auch Kirchen der Umgebung und lernen so Kirche bei uns wieder neu zu entdecken."

"Es geschieht nur das, was man selbst tut"

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Der Pfarrhof von Enzersfeld - seit 26 Jahren die Heimat von Dechant Pater Andreas.

Die Situation der Priester im Dekanat ist für den Dechanten eine Herausforderung. "Jeder Pfarrer hat im Durchschnitt zwei Pfarren zu betreuen. Da muss jeder schauen, wie er zurechtkommt", erklärt der Dechant vom Dekanat Korneuburg. Dass die Priester derzeit noch zurechtkommen, liege auch am relativ jungen Altersdurchschnitt. "Und an den vielen Menschen, die in der pastoralen Arbeit mithelfen. Egal ob bei der Vorbereitung von den Familienmessen oder der Erstkommunion- und der Firmvorbereitung - Hier zeigt sich, dass die Menschen verstanden haben, dass nur das geht, was man selbst tut", ist Dechant Pater Andreas stolz auf seine Pfarren. "Natürlich müssen wir immer wieder etwas ausprobieren, um an die Menschen heranzukommen. So gibt es auch das Experiment der 'Kleinkinderwortgottesdienste'. Ich war selbst auch schon dabei und war davon begeistert mit den Kindern gemeinsam das Wort Gottes zu erspüren und kennen zu lernen", berichtet Dechant Steinhauer, der seit 26 Jahren Pfarrer von Enzersfeld ist.

Zusammenarbeit ist wichtig

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"Den Menschen ist der Sonntag als Tag des Herrn wichtig."

Der Mangel an Priestern hat die Gemeinden auch gelehrt zusammenzuarbeiten. So gibt zum Beispiel die Firmvorbereitung für Erwachsene zentral in Korneuburg und unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Gemeinden einen regen Austausch an Informationen.

Dem Dechant bleiben wenige Wünsche offen, "außer, dass ich mir mehr Priester wünsche, aber das ist wohl der Wunsch eines jeden Dechants", so Pater Andreas. "Die Mobilität der Pfarrmitglieder ist durchaus vorhanden. So haben wir im Dekanat Korneuburg nur eine Sonntagabendmesse, die in Korneuburg. Da trifft man Menschen aus dem gesamten Dekanat. Als Pfarrer freut es mich, dass für die Menschen der Sonntag mit dem Gottesdienst wichtig ist. Und als Dechant bin ich froh, dass Ressourcen genutzt werden, denn es muss nicht in jeder Pfarre eine Sonntagabendmesse gefeiert werden, wenn es die Ressourcen nicht zulassen."

Dekanat Korneuburg - Statistik

Pfarren: 11
Pfarrer: 6
Pastoralassistenten: 1
Katholiken: ca. 24.000

Pfarren des Dekanates

(stephanscom)



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