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"Wir sind das einzige Dekanat im Vikariat Unter dem Manhartsberg, das nicht nach einem Ort sondern nach der Gegend benannt ist", stellt der Dechant des Dekanates Marchfeld Wolfgang Unterberger fest. Insgesamt unterstehen dem 36jährigen Dechant 21 Pfarren, die sich aus 36 Ortschaften zusammensetzen. Diese muss der Dechant mit zehn Pfarrern versorgen. "Manchmal fühle ich mich wie ein Blaulichtpfarrer, der von einer Messe zur anderen rasen muss", beschreibt Unterberger den Sonntagsalltag als Pfarrer vom Pfarrverband Orth/Donau, der aus drei Pfarren besteht. Die Aufteilung der Gottesdienste ist nicht einfach, gibt es doch im Dekanat an die 40 Gottesdienststätten, an denen jeden Sonntag die Messe gefeiert wird. "Um Gottesdienst feiern zu können, haben wir - Gott sei Dank - einige Leiterinnen und Leiter von Wort-Gottes-Feiern, die die Priester im Dekanat unterstützen. Der Mangel an Priester ist dadurch allerdings nicht zu lösen", klagt Unterberger.
Von Storchenkolonie und Kloster
Dechant Unterberger versucht 21 Pfarren "unter einen Hut" zu bringen.
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An der äußersten Grenze des Dekanats liegt nicht nur die Storchenkolonie des Marchfeldes, sondern auch das Kloster Marchegg. Hier hat die Johannesgemeinschaft Heimat gefunden. Auch Kardinal Christoph Schönborn nutzt das Kloster, um von Zeit zu Zeit ein wenig Ruhe zu finden. "Im Dekanat haben wir eine große Bandbreite des katholischen Glaubens. Das Spektrum reicht von der Ordenspfarre bis zu den neuen geistlichen Gemeinschaften im Kloster Marchegg", berichtet der Dechant. "Das bringt Abwechslung in die pastorale Arbeit und Verkündigungsansätze, andererseits ist das berühmte 'unter einen Hut bringen' in der Dekanatskonferenz ungleich schwerer", erklärt Wolfgang Unterberger.
Von Grenzen, Chancen und Ideen"Mir ist es wichtig auf die Menschen zuzugehen", umschreibt Unterberger seine persönlichen Schwerpunkte als Dechant und Pfarrer: "Besonders Fernstehende anzusprechen und sie in ihren Sorgen und Nöten nicht allein zu lassen, sondern sie ernst zu nehmen, Kontakte zu knüpfen und Gemeinsamkeiten zu finden." So kam der Dechant etwa bei einem Pfarrfest mit Mitarbeitern ins Gespräch und erfuhr, dass diese schon lange aus der Kirche ausgetreten sind. "Hier setzt pastorale Arbeit an, diese Menschen nicht allein zu lassen", betont Pfarrer Wolfgang Unterberger.
 Dechant Unterberger mit den Pastoralassistenten Waltraud Petrus und Stjepan Trstenjak.
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Zwei Ziele seiner Arbeit seien, die Pfarren zu ermuntern sich zu spezialisieren und enger zusammenzuarbeiten, führt der Dechant weiter aus. "Es nutzt niemanden, wenn es in jeder Pfarrgemeinde Gruppen gibt, die aus drei oder vier Menschen bestehen. Hier müssen wir lernen pastorale Ressourcen besser und effektiver zu nützen", erklärt Unterberger. Auch die Sakramentenpastoral ist dem Pfarrer vom Pfarrverband Orth wichtig: "Wir haben zwei Jahre der Vorbereitung auf das Sakrament der Firmung und wenn Eltern ihr neugeborenes Kind taufen lassen, dann bereiten wir die Eltern auf das Sakrament der Taufe vor."
Von Zusammenhalt und Gotteslohn
In den Orten des Marchfeldes sei die Zusammenarbeit ganz hervorragend, erzählt Dechant Unterberger stolz. "Wenn an einer Kirche etwas zu reparieren ist, dann geht das fast von selbst. Zum Beispiel musste in Eckartsau der Glockenstuhl hergerichtet werden. Das Holz wurde gespendet, ein Zimmerer machte die Arbeit um Gotteslohn und der Pfarre kostete es nur ein 'Danke'." "Es herrscht einfach noch die alte gute Überzeugung, dass zumindest die Kirche im Ort in Schuss gehalten werden muss", so Unterberger.
Dekanat Marchfeld - Statistik
Pfarren: 21 Pfarrer: 10 Kapläne: 0 Diakone: 1 Pastoralassistenten: 4 Pfarrverbände: 3 Katholiken: etwa 19.800
Die Pfarren des Dekanates Marchfeld
(stephanscom.at)
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