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Seit 1. Dezember 2005 ist Thomas Brunner, Pfarrer von Obersdorf und Münichsthal, auch Dechant im Dekanat Wolkersdorf. "Früher hieß das Dekanat 'Pillichsdorf', aber 1995 erhielt es seinen neuen Namen", erklärt Dechant Brunner. In den 70er-Jahren seien auch viele Gemeinden zusammengelegt worden, was aber für die einzelnen Orte nicht wirklich die gewünschten Effekte brachte. "Der Bürgermeister von Wolkersdorf, Norbert Heurteur, bemüht sich sehr das Subsidiaritätsprinzip zu wahren und zu fördern", freut sich der Dechant über die Möglichkeit der Eigenständigkeit seiner Pfarrorte.
Stadt und Land - ein vielfältiges Dekanat
Dechant Brunner leitet das Dekanat Wolkersdorf.
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Das Dekanat Wolkersdorf liegt am Rande des Spargelgebietes im Marchfeld. Die geographischen Gegebenheiten reichen von der Ebene bis zum Hügelland mit wunderbaren Weinhängen. "Es ist ein besonderes Dekanat, denn durch die Nähe der Stadt Wien und die typisch ländlichen Gebiete kann man schon von großen Unterschieden sprechen", ist sich Dechant Brunner bewusst. "Gerasdorf ist zwar ein eigener Ort, aber von der Struktur her gehört es dennoch zur Stadt Wien. Wolkersdorf ist zwar eine Stadt, die Struktur ist und bleibt aber ländlich geprägt", so der junge Dechant. Die vielen kleinen Pfarren befinden sich durch diese Vielfalt oft in ganz unterschiedlichen seelsorglichen Situationen.
Lebendigen Glauben weitergeben"Den Glauben zu den Menschen tragen", möchte Dechant Brunner, was ihm aufgrund seiner Lehrertätigkeit an der Landwirtschaftlichen Fachschule Obersiebenbrunn bei den Jugendlichen auch gut gelingt. "Es ist mir und den anderen Priestern und Mitarbeitern in den Pfarren ein Anliegen, unseren lebendigen Glauben an die jüngere Generation weiterzugeben. Die Menschen müssen das Bewusstsein bekommen, dass sie die Kirche der Zukunft sind", so Thomas Brunner.
"Die jungen Menschen sind sehr aktiv und gerne bei der Sache. Wichtig ist es nun, denen die oft verzweifelt auf der Suche sind und sich einreden lassen, dass das Christentum antiquiert ist, das Gegenteil zu beweisen", erklärt der ehemalige Dekantsjugendseelsorger
Gut verankerte Tradition Auf der täglich offenen Kirche von Obersdorf ist ein Abbild des dreifaltigen Gottes zu sehen.
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Er kann auf eine sehr gut verankerte Tradition zurückschauen: "Bei den Menschen sind die kirchlichen Ereignisse gut verankert. Wir haben lebendige Gemeinden, gerade wenn ich meine eigenen Pfarren ansehe, wo es viele Mitarbeiter gibt, auf die ich mich verlassen kann." In vielen Pfarren im Dekanat gibt es Menschen die sich etwas zutrauen, freut sich der Dechant. Denn "auch wenn der Pfarrer einmal nicht da sein kann, wird der Bittgang gemacht. Das können die Gläubigen auch ohne Pfarrer", weiß Thomas Brunner.
Christsein als wesentliches Fundament des Lebens
Glaube ist ein gutes Fundament, weiß Brunner.
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"Unsere Herausforderung ist es das Christsein als wesentliches Fundament des Lebens deutlich werden zu lassen", formuliert Dechant Brunner. Der Schatz des Glaubens könne auf eine tragfähige kirchliche Tradition aufbauen, es gehe ums positive nahe bringen, was vielerorts gut geschieht. "Hier sehe ich auch eine meiner Hauptaufgaben: Das Klima mit den Mitbrüdern gut halten und mich um sie sorgen, damit wir voneinander wissen", so Brunner.
Christliche Werte sind hoch im KursUnd die Menschen im Dekanat Wolkersdorf seien fromm im guten Sinn. "Ich möchte sagen: Die Kirche ist im Dorf. Das Christsein ist vielen Menschen ein Anliegen. Es hat einen selbstverständlichen Sitz im Leben, sodass das soziale Gefüge nicht auf dir christlichen Werte verzichtet", streicht Dechant Brunner hervor.
Jede Pfarre braucht ihren Pfarrer Bei der Erstkommunionvorbereitung arbeitet Dechant Brunner pfarrübergreifend.
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Freude und ein wenig Frust liegen für den jungen Pfarrer nahe beisammen. Selbst gerade 45 Jahre alt, zählt er zu den Jungen im Dekanat. "Es ist manchmal schon frustrierend. Meine Rede ist immer, dass jede Pfarre ihren Pfarrer braucht, denn nur wenn ich auch da bin, kann ich bei den Menschen sein. Sonst habe ich manchmal die Angst, ein 'fliegender Sakramentenspender' zu sein", so Brunner und unterstreicht es mit dem Beispiel, dass er kürzlich innerhalb von 24 Stunden acht Gottesdienste zu feiern hatte.
Zusammenarbeit über Pfarrgrenzen hinweg
"Ich bin der Weinstock" - ist in der Obersdorfer Kirche zu lesen.
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Da die Pfarrer älter sind und viele in den nächsten Jahren in den wohlverdienten Ruhestand treten, gelte es immer mehr auf überpfarrliche Zusammenarbeit zu setzen. "Das ist besonders da nötig, wo Menschen selbständig sein können. In meinen Pfarren gibt es eine Vorbereitung für Erstkommunion-Tischmütter, die ich mache. Die Tischmütter arbeiten dann in den Pfarren mit den Kindern", erklärt Brunner.
Als junger Dechant Ziele zu formulieren sei nicht möglich, "aber wenn ich in fünf Jahren sagen kann, wir haben die Zusammenarbeit gestärkt und eine gute Gemeinschaft gelebt und gepflegt, dann bin ich sehr zufrieden", meint Thomas Brunner.
(stephanscom.at)
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