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Mehr als 200 Pilger/innen waren heute unterwegs! Der vierte Tag am Glaubensweg - Donnerstag, 12.8.
© logo 4 taggilt heute ganz dem Geheimnis der Auferstehung und den ersten Jüngern, die davon erzählt haben. Veronika Prüller Jagenteufel wird über die Auferstehung Jesu referieren und am Nachmittag pilgern wir mit dem Aposteln Jakobus am neuen Jakobsweg Weinviertel.

4. Tag: Donnerstag, 12. August

„Jakobus – Zeuge der Auferstehung“ - Dekanat Hadersdorf

ab 7:30 Frühstück – Frühstückbüffet bis 9:00 Uhr im Speisesaal

8:30 Morgenlob (entweder im Freien, in der Hauskapelle oder im Festsaal)

9:00 Festvortrag von Dr.in Veronika Prüller-Jagenteufel „Die Auferstehung Jesu - aktuell für unser heutiges Leben?!“ 
Vielen Menschen sind von Jesus fasziniert, weil er ein überzeugend einfaches, solidarisches Leben vorgelebt hat. Doch das Wort von seiner Auferstehung von den Toten erscheint vielen als schwierig und schwer verständlich. Dabei ist die Botschaft „Er ist auferstanden!“ das Zentrum des christlichen Glaubens. Dieser Glaube erwuchs nicht aus theoretischen Überlegungen, sondern aus der Begegnung mit dem Auferstandenen selbst. Im Vortrag möchte ich vor allem den Erzählungen von solchen Begegnungen nachspüren. Es sind Frauen wie Männer, die dem Auferstandenen begegnen, Ahnende wie Zweifler, Anhänger wie Gegner dieses Jesus und seiner Leute. Manche Erfahrungen sind beglückend, andere verstörend. Als biblische Geschichten sind sie reich an Bildern, die auch für uns heute wie Schlüssel Türen zum Glauben aufschließen können.

Im Workshop soll dann noch stärker der Zusammenklang der biblischen Geschichten mit dem eigenen Leben bedacht werden: Finden wir Verbindungslinien von diesen Erzählungen zu unserem Leben heute? Aus welchen Begegnungen lebt und wächst mein Glaube?

 

anschl. 10:4511:45 Workshops u. Gesprächsgruppen

11:45 Mittagsgebet im Festsaal

12:00 Mittagessen

13:00 Abfahrt vom Bildungshaus Großrußbach ins Dekanat Hadersdorf

14:00 Fels am Wagram/Pfarrkirche - Pilgerweg entlang des Jakobswegs

über Feuersbrunn nach Etsdorf

18:00 Eucharistiefeier in Etsdorf/Jakobskirche anschl. Ausklang u.

Bustransfer zurück ins Bildungshaus Großrußbach

 

Fotos vom vierten Tag

Fotos vom vierten Tag gibt es aktuell hier zu sehen! FOTOGALLERY

Knapp 200 Pilger/innen sind am Jakobsweg Weinviertel unterwegs ...

© bildungshaus
Hier die Gruppe vor Etsdorf

Der stärkste Tag bisher am Glaubensweg 2010

Heute war der bisher größte Ansturm an Pilger/innen am Nachmittag. Ein erfolgreicher Tag am Weinviertler Glaubensweg 2010.

Am Vormittag hat uns - nach einem Morgenlob mit Elisabeth Staribacher - die Theologin uns Schriftstellerin Dr.in Veronika Prüller-Jagenteufel in das Geheimnis der Auferstehung mit-hineingenommen. Es war für uns eine spirituelle Reise durch die biblischen Auferstehungsgeschichten. Die Begegnung mit den Frauen am Grab, der Apostel Thomas begegnet dem Auferstanden "im zweiten Anlauf", die Erscheinung am See mit den Jüngern und die Begegnung mit dem Auferstandenen, die Paulus am Weg nach Damaskus erleben durfte waren Anknüpfungspunkte für viele spirituelle Fragestellungen. Dieser existenzielle Vollzug und die Aufforderung in den Dialog mit den biblischen Texten ganz persönlich einzutreten hat den Zuhörer/innen sichtlich gut getan. Das zentrale Geheimnis trägt uns als christliche Gemeinschaft hin zu einem Leben in Begegnungen. Zu einem Leben, wo Beziehung und Liebe im Mittelpunkt stehen kann und soll. Wider allem Zeitgeist und allem Egoismus dürfen wir uns vom Auferstandenen Herrn Jesus Christus hineingenommen wissen in dieses Geheimnis des ewigen Lebens bei Gott.

Der Nachmittag führte uns heute - mit dem Apostel Jakobus als Wegbegleiter - auf dem Jakobsweg nach Fels am Wagram und über Feuersbrunn nach Etsdorf. Mit einer festlichen Eucharistiefeier - wunderbar vom Chor gestaltet - feierten wir das Jakobusjahr 2010 in der Jakobskirche Etsdorf.

Zum Abschluss gab es in Etsdorf - wie schon vorher auch in Feuersbrunn - im Pfarrgarten eine gut vorbereitete Agape. Bei Würstel, Kuchen und gutem Wein stärkten sich die rund 250 Pilger/innen im Pfarrgarten. Danke auch dem KMB und der kfb, die uns heute mit einem eigenen Autobus begleitet haben. Am Abend durften wir noch in Etsdorf die Ausstellung vom Jakobsweg Weinviertel besichtigen.

Begleitet wurde die große Pilgerschar heute von einem Teil der neuen Pilgerwegbegleiter aus dem Weinviertel. Pilgerpass, Pilgerstempel und die Jakobsmuschel waren wichtige Momente dieses schönen Tages am Weinviertler Glaubensweg 2010.

Wie hat es Ihnen gefallen? Wir freuen uns über Rückmeldungen in unserem Gästebuch!

PREDIGTGEDANKEN: Messe in Etsdorf – 12.8.2010 - von Bischofsvikar Roch

Jakobus – Zeuge der Auferstehung – unser heutiges Tagesmotto

Heuer ein Jakobusjahr - Sonntag, 25. Juli 2010:
• zehntausende zum Fest in Santiago und Erzbischof Julian Barrio erbat für die Regierenden Stärke und Ausdauer in der Förderung des Gemeinwohls und der ethischen und moralischen Erneuerung der Gesellschaft
• König Juan Carlos hielt seine traditionelle Rede zum Tag des spanischen Schutzpatrones
• Zehn Millionen Menschen werden für 2010 erwartet. Auch bei den Jakobspilgern rechnet die Kirche mit einem neuen Rekord – 240.000 Pilger werden erwartet
• Jakobsweg Weinviertel: (seit Ostermontag) Ca 540 km sind wir die ersten 4 Jahre in unserem Land gepilgert - Ca  120 km in 2 Jahren - weitere 100 - 120 werden noch dazu kommen = die Strecke von Pamplona nach Santiago
• Prominentester Besuch in Santiago wird Papst Benedikt XVI am 6. November sein -  schon beim Angelusgebet am 25.7.) rief der Papst:
Tretet in die Fußstapfen des Apostels Jakobus und legt auf dem Weg eures Lebens Zeugnis für den Glauben, die Hoffnung und die Liebe ab.

Vielerlei Motive, den Weg zu gehen
Viele Wanderer, sogar Spanier, stellten überhaupt eine religiöse Motivation in Abrede. Manche behaupteten, sie wollten sich nur ertüchtigen. Manche sind als überzeugte Agnostiker unterwegs. Ein Priester – selber den Weg gegngen - schrieb von einem solchen. „Er wollte eine Strecke mit mir gehen, denn er müsse mit jemanden reden. Als ich ihm am Ende des langen Gesprächs sagte, ich sei ein "cura" (Priester), kniete er nieder und bat um die Absolution.“ Manche gehen den Camino, um diese besondere Tradition kennenzulernen. Doch ist es für viele eine neue und tiefe spirituelle Erfahrung.

Der Pilgerweg - eine geistliche Erfahrung
So unterschiedlich die Motive der Pilger und so entfernt sie vom Patron des Weges sein mochten, alle sind felsenfest überzeugt, dass der Camino geistliche Erfahrung vermittle.

Und der heilige Jakobus?
Trotz berechtigter historischer Zweifel, ob er jemals in Spanien war, gehört Jakobus Spanien, aber auch der ganzen Welt. Menschen aus allen Erdteilen gehen diesen nach ihm benannten, ältesten Pilgerweg. Und in der "neuen Welt" sind Länder und Städte dem heiligen Jakobus geweiht. Waren es im Mittelalter die Reliquien des Heiligen, die Pilger anzogen, lockt in der Neuzeit der Camino selbst. Doch was findet man am Ende des Camino? Ein Grab. Das Grab ist wichtig - als Symbol. Es steht für das Ende jeden Weges, führt doch unser Lebensweg wie durch ein Labyrinth zum Grab. Eine uralte Sehnsucht der Menschen, den Pilgern wohl kaum bewusst, erfüllt sich hier. Sie wollen das Numinose erleben, nach Möglichkeit berühren. Am Grab stößt man gewiss ans ganz Andere.

Jakobus - verwandelt durch das Gehen mit Jesus
Der Apostel fehlt und wirkt doch - im Hintergrund. Mit seinem Bruder Johannes zählt er zum innersten Kreis um Jesus; sie sind Zeugen der Verklärung, der Erweckung der Tochter des Jaïrus und des Todeskampfes Jesu im Garten. Der biblische Spitzname "Donnersöhne" deutet darauf hin, dass sie impulsiv waren. Dazu passend wurde Jakobus in Spanien zum "Mata-moros" (Maurentöter). In ihrem Ehrgeiz machten sich die beiden sogar lächerlich. Wir hörten im Evangelium von der Szene, als ihre Mutter von Jesus hohe Posten für sie im Reich Gottes erbitten wollte. So peinlich diese Szene war, Jesus gab ihnen Gelegenheit, sich zu profilieren: "Könnt ihr meinen Kelch trinken"? Die zwei: "Ja"! Und wie heute der Camino die Pilger ergreift und verwandelt, so tat es der "Camino", den sie mit Jesus gingen. An seiner Seite gehend lernten sie, was es heißt, Jesu Kelch zu trinken: dem Reiche Gottes zu dienen bis zum Einsatz des eigenen Lebens. Jakobus war der erste Apostel, der diesen Kelch austrinken musste - im Jahr 44 enthauptet auf Befehl des Herodes Agrippa.

„Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein.“
Unser Leben ein Dienst – diese Verwandlung wird gesamt in unserer Kirche immer notwendiger werden. Vielleicht haben wir zu viel Macht angesammelt und glauben auch aus dieser Macht argumentieren und handeln zu können. Das mussten die Apostel lernen – auch wir.
„Den Schatz der Erkenntnis des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi tragen wir Apostel in zerbrechlichen Gefäßen; so wird deutlich, dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt.“
Unsere Kraft ist Gott – Demut ist gefordert.

(Bischofsvikar Dr. Matthias Roch - es gilt das gesprochene Wort)

(knittelfelder)



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