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Der Sonntag - Hochfest: Maria Aufnahme in den Himmel" bietet den Abschluss
© logo letzter TagTraditionell am 15. August endet die Glaubensweg Woche. Heuer feiern wir den großen Festgottesdienst in der Pfarrkirche Stockerau. Hier ein Nachbericht mit der Predigt von Bischofsvikar Matthias Roch

7. Tag: Sonntag, 15. August 2010 ….. Maria Himmelfahrt

ab 7:30 Frühstück – Frühstückbüffet bis 9:00 Uhr im Speisesaal

8:30 Morgenlob (entweder im Freien, in der Hauskapelle oder im Festsaal)

9:00 Uhr Bustransfer vom Bildungshaus Großrußbach nach Stockerau /

10:00 großer Abschlussgottesdienst mit Bischofsvikar Dr. Matthias Roch und den Priestern der Region in der Pfarrkirche Stockerau anschl. Mittagessen und

13:30 Uhr Pilgerweg von Sierndorf nach Oberhautzenthal 

15:00 Uhr Schlussandacht mit feierlichem Segen in Oberhautzenthal mit der kfb des Dekanats

ca. 16:00 Uhr Rückfahrt ins Bildungshaus Großrußbach

Fotos vom Abschluss des Glaubenswegs 2010 finden Sie hier in unserer Bildergallerie - Fotos/Abschluss 2010

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Eine Woche geht zu Ende

Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss ist jedes Jahr das Hochfest Maria Himmelfahrt. Heuer feierten wir in der Pfarrkirche von Stockerau den festlichen Abschlussgottesdienst. Danke an den Chor für die feierliche Umrahmung.
In seiner Predigt fasste Bischofsvikar Matthias Roch die letzten 7 Tage Weinviertler Glaubensweg mit den Worten: "Zum Glauben braucht man Freunde und die habe ich in diesen Tagen wieder erlebt", zusammen. Als Christ/innen auf dem Lebens-Pilger-Weg sind wir immer auf ein Ziel hin unterwegs. Dieses Ziel heißt Jesus Christus. Er nennt uns nicht mehr Knechte sondern Freunde. Damit wurde das Motto und Thema der heurigen Woche für alle wirklich erlebbar. In den Referaten und Gesprächen am Vormittag und besonders auch in der Erfahrung des pilgernden Volkes Gottes am Nachmittag.
Bei den vielen Vorträgen, Workshops und Pilgerwegen am Nachmittag waren wieder mehr als 1500 Teilnehmer/innen zu zählen. Dafür bedankte sich Matthias Roch bei allen und Helga Zawrel bedankte sich im Namen aller bei ihm mit den Worten: "Du gehst uns beispielhaft voran und mit dir war es wieder leicht, zu glauben und zueinander zu finden! Danke für Dein Zeugnis!"

Nach dem Festgottesdienst hatte die Pfarre Stockerau ein reichhaltiges Mittagessen im Pfarrhofgarten vorbereitet. Die übergroßen Portionen stärken die hungrigen Pilger/innen für den Pilgerweg am Nachmittag.

Wir trafen uns in Sierndorf mit der kfb des Dekanats und gingen gemeinsam über Unterhautzenthal nach Oberhautzenthal. Mehr als 100 Pilger/innen waren gekommen. In der wunderschön mit Blumen geschmückten Kirche von Oberhautzenthal feierte Dechant Karl Pichelbauer mit uns eine Segensandacht. Danach lud die Pfarre zur Agape vor der Kirche.

Danke für die großartigen Tage des Glaubenwegs 2010!

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Danke an Bischofsvikar Matthias Roch

Predigt von Bischofsvikar Matthias Roch zum Nachlesen:

Zum Einstieg eine Begebenheit, die ein Priester berichtet unter der Überschrift: „Ermutigende Begleiterin“.
Er schreibt: Das heutige Marienfest ist mir durch eine Bergtour in Südtirol nahegekommen. Ich wusste, dass diese Tour für mich nicht ganz leicht sein würde, da ich doch ein erfahrener Bergsteiger und nicht einmal ganz schwindelfrei bin. Lange Zeit war der Weg keine Problem. Dann aber hatte unsere Gruppe den Grat auf gut 2700 Metern Höhe erreicht. Über uns war der Gipfel schon auszumachen, kaum hundert Meter höher. Doch dieses letzte Stück zog sich direkt durch eine Felswand nach oben. Bevor wir den Klettersteig in Angriff nahmen, machten wir eine kleine Rast. Ich saß da, kaute einen Apfel und schaute immer wieder verstohlen zur Felswand hinüber. Ich sah das Drahtseil, das sich durch die Wand zog, und schaute wieder weg. Mir war mulmig zumute. So gestand ich den anderen schließlich ein, lieber hier auf ihre Rückkehr warten zu wollen. Da war es eine Frau aus unserer Gruppe, die schon früher einmal den Gipfel bestiegen hatte und aus ihrer Erfahrung heraus mir antwortete: „Dieses letzte Stück schaut schwerer aus, als es ist. Ich habe es auch geschafft. Und es lohnt sich!“
Ihre Erfahrung und Gewissheit wurden mir zur Ermutigung, mich selber in den Klettersteig zu wagen.
Das heutige Fest ist eine Ermutigung, uns auf unseren eigenen Glaubensweg einzulassen. Das 2. Vatikanisches Konzil (1962-65) hat den Schlussabschnitt der dogmatischen Konstitution über die Kirche -  „Lumen Gentium“ – Maria gewidmet. Schon in der Einleitung begründen die Konzilsväter diese Entscheidung mit dem Hinweis auf den Galaterbrief (4, 4-5): „…als die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, von der Frau geboren … damit wir die Annahme zu Söhnen empfingen“ und einem weiteren Hinweis auf das Glaubensbekenntnis: „Jesus … ist Fleisch geworden durch den Heiligen Geist aus Maria, der Jungfrau …“.
In einem weiteren betonen sie die Stellung Mariens in der Heilsökonomie: „Der Tod kam durch Eva, da Leben durch Maria.“ Dort heißt es über ihren Glauben: „So ging auch die selige Jungfrau den Pilgerweg des Glauben.“ Wir lesen weiter: „So geht Maria als Zeichen der sicheren Hoffnung und des Trostes dem wandernden Gottesvolk voran.“
Das heutige Fest sagt uns, dass sie ihren Glaubensweg vollendet hat und als ganze Person – mit Leib und Seele – bei Gott ihrem und unseren Ziel angekommen ist und daher wie die Eingangsgeschichte sagt, auch uns zur Ermutigung dienen kann. Papst Benedikt in Mariazell (2007): „Pilgern heißt, eine Richtung haben auf ein Ziel zugehen.“ Das Leitwort des Papstbesuches war: „Auf Christus schauen“.
Unser Motto beim heurigen Glaubensweg hatte die gleiche Zielrichtung. Wir gingen dem Glaubenssatz nach, den wir Sonntag für Sonntag im Glaubensbekenntnis beten: Wir glauben an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn. Wir waren in dieser Woche im wahrsten Sinn des Wortes „wanderndes Gottesvolk“ unterwegs – als Pilger auf dem Glaubensweg. Gemeinsam betend, singend und Glaubenserfahrungen austauschend waren wir in unserem Vikariat unterwegs – in Vorträgen am Vormittag und im Pilgern am Nachmittag. „An Jesus Christus glauben“ „Auf Christus schauen“: In dieser Glaubenswoche haben wir versucht uns aus verschiedenen Blickwinkeln hörend, betend, betrachtend und pilgernd uns diesem Geheimnis Jesu Christi anzunähern. Wer war und ist dieser Jesus, der Christus:
+ Am Montag war es die Feier des Geheimnisses der Allerheiligsten Dreifaltigkeit in der Wallfahrt zum Dreifaltigkeitswallfahrtsort Karnabrunn und der Eucharistiefeier.Jesus, die sichtbare Liebe des dreifaltigen Gottes.
+ Jesus von Nazareth in seiner Menschengestalt – ganz einer von uns – hat uns am Dienstag begleitet.
+ Am Mittwoch war es die Betrachtung der Ikonen – Bilder von Jesus Christus. Gleichzeitig erging die Frage an uns: Welches Bild habe ich, mache ich mir von Jesus?
+ Zeugen und Zeugnissen der Auferstehung - wie z.B. Jakobus haben wir am Donnerstag betrachtet und in der Jakobskirche in Etsdorf mit einer Festmesse nach dem Pilgern auf einem Teilstück des Jakobsweges abgeschlossen.
+ Dass Christus unser Heiland – Salvator lateinisch – ist, haben wir - begleitet von den Salvatorianern am Freitag betrachtet. Diesen Tag schlossen wir nach dem Begehen eines Kreuzweges im Freien in Schrick und der Betrachtung des renovierten Heiligen Grabes in Kettlasbrunn mit einer Bußfeier ab.
+ „Jesus - der unbekannte Jude“ war das Thema des Samstages. Dieser Tag hat uns nicht nur einen Einblick in das jüdische Denken und den jüdischen Glauben, der uns doch oft fremd ist gebracht, sondern wir selber haben uns über unsere Landesgrenze hinüber begeben nach Veltice – Feldsberg, in Tschechien. Unser Glaube macht nicht an einer Landesgrenze halt und muss offen sein auch für „Fremde und Fremdes.“
+ Und heute feiern wir Jesus als Sohn der Jungfrau Maria – einer menschlichen Mutter, die am Kreuz auch uns zur Mutter gegeben worden ist. Weinviertler Glaubensweg im Vergleich mit dem Pilgerweg des Lebens: Es waren immer Menschen, die eine Sehnsucht antrieb, die sich aufmachten und im Pilgern ihr Leben nach dem Ziel ihrer Sehnsucht ausrichteten.
Dieses unruhige und offene, sehnsuchtsvolle Herz brauchen auch wir. Es ist der Kern jeglicher Pilgerschaft – auch auf unserem persönlichen Glaubensweg. Daher soll am Ende und Höhepunkt dieser Woche uns allen nochmals bewusst werden, was es heißt: „Auf Christus zu schauen“. Es bedeutet: Seine Freunde zu sein und immer mehr zu werden: „Nicht mehr Knechte nenne ich euch, sondern Freunde“. Dieses Geschenk der Freundschaft mit IHM annehmen dürfen, weil es im Leben und Sterben tragen soll. Diese Freundschaft weiterzutragen: Joh 17, 20 ff: „Ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du Vater in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie eins sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.“
Eine Botschaft und ein Auftrag johanneischer Art. Und dazu braucht es immer wieder Gemeinschaft. „Zum Glauben braucht man – eben – Freunde!“ Gerade heute!
Nochmals zurückkommend auf den heutigen Festtag und den damaligen Besuch des Papstes in Mariazell. Dort hat Papst auf die Statue der Mariazeller Muttergottes hingewiesen und gesagt: „Zeige uns Jesus“ Der ausgestreckte Zeigefinger der Gottesmutter von Mariazell zeigt auf das Jesuskind zeigt und gibt uns so Richtung und Ziel an. Das will auch das heutige Fest tun.
Wenige Wochen vor ihrem Tod schrieb Sophie Scholl, die im dritten Reich hingerichtet wurde im 1942 ihrem Freund Fritz Hartnagel, der als Soldat an der Front ist: „Gegen die Dürre des Herzens hilft nur das Gebet, und sei es noch so arm und so klein … Ich bin Gott noch so fern, dass ich ihn nicht einmal im Gebet spüre. Doch … ich will mich an das Seil klammern, das Gott mir in Christus zugeworfen hat.“
Greifen wir dankbar nach „diesem Seil Jesus, den Christus“ das auch uns Gott gerade in schweren Stunden zuwirft, damit wir dem Ziel näher kommen können.

(Bischofsvikar Dr. Matthias Roch, es gilt das gesprochene Wort - Stockerau 15.8.2010)

© weinviertler glaubensweg 2010

(knittelfelder)



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